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„An meinem Arbeitsplatz schätze ich ganz besonders meine Kollegen.“

Die Zusammenarbeit mit ihren Kolleg:innen ist für Kira ausschlaggebend für einen erfüllenden Arbeitsalltag. Im Video-Interview erklärt die Stationsleiterin, was Teamwork für sie bedeutet und wie wichtig es ist, sich aufeinander verlassen zu können.

Das Miteinander in den Wohngruppen als Lernfeld nutzen

Die Pflege im Maßregelvollzug - eine Stimme mit Gewicht

Begleitung von Ausgängen, Pflegeplanungsgespräche, Dokumentation – das Aufgabenspektrum einer Fachperson für Pflege und Erziehung im Maßregelvollzug ist vielseitig und anspruchsvoll. Bei der Beurteilung der Patient:innen spielen ihre Beobachtungen eine wichtige Rolle, denn die Pflegefachkräfte sind im Schichtdienst rund um die Uhr präsent und damit wichtige Bezugspersonen für die Patienten.

Die Pflege- und Erziehungsteams bilden bei uns die größte Berufsgruppe. Hier arbeiten Gesundheits- und Krankenpfleger, Erzieherinnen, Heilerziehungspfleger und Altenpflegerinnen. Zum Berufseinstieg sind Erfahrungen im Umgang mit psychisch kranken oder suchtkranken Menschen von Vorteil.

Tragfähige Beziehung aufbauen

„Die Herausforderung besteht darin, einen Zugang zu den Patienten zu finden und darauf eine tragfähige Beziehung aufzubauen“, erklärt ein Pflegedirektor. Wenn das gelinge, wirke das Pflegeteam wie ein Frühmeldesystem für aufziehende Störungen. „Meistens können wir so früh reagieren, dass gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen“, beschreibt er die Wirkung der langfristigen Beziehungsarbeit.

Dieser Effekt spielt auch bei Ausgängen eine große Rolle: Bemerkt eine Pflegefachkraft im Vorgespräch Auffälligkeiten, kann sie einen bereits genehmigten Ausgang aussetzen. Denn: Die Stimme der Pflege hat Gewicht im Maßregelvollzug.

Zwei junge Männer studieren den Fahrplan an einer Bushaltestelle. (Bild: LWL/Wieland)

Pflegerisches Handeln gestalten

In regelmäßigen Pflegeplanungsgesprächen besprechen Sie gemeinsam mit dem Patienten, was bisher erreicht wurde und welche Ziele als Nächstes verfolgt werden sollen. So gestalten Sie ihr pflegerisches Handeln als zielgerichteten Prozess. Jedem Patienten werden hierfür gleichbleibende Bezugspersonen zugeordnet.

Um den vielfältigen pflegerischen Aufgaben gerecht zu werden, fördert der LWL-Maßregelvollzug die Weiterqualifizierung und den Austausch zwischen Forschung und Praxis: Zum Beispiel durch eine eigene Akademie für forensische Psychiatrie (AfoPs) oder ein berufsbegleitendes Bachelorstudiums. Zur Entlastung im Alltag wird den Teams häufig eine Assistenz für reine Verwaltungs- und Orga-Aufgaben zur Seite gestellt.

Zwei Männer und eine Frau stehen in einem Patientenzimmer und sprechen mit einem Mann. (Bild: LWL/Wieland)

Impulse für soziales Lernen

 „Man muss gerne kommunizieren, Interesse daran haben, durch eigenes Verhalten etwas zu bewirken“, so bringt es eine Krankenpflegerin auf den Punkt. Jede Alltagssituation, jede Begegnung kann zur Ausgangssituation für soziales Lernen werden.

Wie gehen wir miteinander um? Wie lösen wir Konflikte? Wie gestalten wir unsere Freizeit? Hier sind Sie als Pflegefachkraft gefragt: als Vorbild, als Moderatorin oder als Lotse. Im Sinne der Sozio-Milieutherapie nutzen die Pflege- und Erziehungsteams das Miteinander in den Wohngruppen als Therapiesituation. Ein fundiertes Verständnis der Krankheitsbilder und der Delikthintergründe ist die Basis für diese Arbeit.

Zwei Männer spielen miteinander Schach. (Bild: LWL/Wieland)

Kontrollen und medizinische Maßnahmen

In den Wohngruppen begleiten Sie lebenspraktische Tätigkeiten wie die eigenverantwortliche Verpflegung oder die persönliche Ordnung und Hygiene der Patienten. Wo scheinbar die Vermittlung von Alltagsfertigkeiten im Vordergrund steht, eröffnet sich gleichzeitig ein Übungsfeld für soziales Miteinander.

Darüber hinaus führen Sie ärztlich angeordnete Maßnahmen durch, zum Beispiel die Medikamentenausgabe oder Blutzuckermessung, und Sie haben zahlreiche Kontroll- und Sicherheitsaufgaben. Dazu gehört die Zimmerkontrolle ebenso wie die Aufsicht über Gegenstände, die nicht oder nur bedingt in Patientenhände gelangen dürfen, wie etwa bestimmte DVDs, Küchenmesser oder alkoholhaltige Pflegeartikel.

Ein junger Mann spricht mit einem älteren, während dieser Nudeln kocht. (Bild: LWL/Wieland)

Fragen und Fakten rund um den Job:

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Pflege- und Erziehungskräfte werden je nach Ausbildung, Weiterqualifizierung und Funktion in das Tarifsystem des Öffentlichen Dienstes (hier TVöD-K) eingruppiert. Als dreijährig ausgebildete, examinierte Pflegefachkraft und bei Wahrnehmung entsprechender Aufgaben sind Sie zum Beispiel in die Entgeltgruppe P 8 des Pflegetarifs eingruppiert. Erziehungsfachkräfte mit dreijähriger Ausbildung und staatlicher Anerkennung werden bei Wahrnehmung entsprechender Aufgaben nach dem Tarif des Sozial- und Erziehungsdienstes (SuE) vergütet. Je nach Berufserfahrung werden Sie innerhalb Ihrer Entgeltgruppe einer individuellen Erfahrungsstufe zugeordnet.

Daneben erhalten Sie gesonderte Zulagen oder Ausgleichszahlungen etwa für Wechselschichtarbeit, Nacht-, Feiertags- und Sonntagsarbeit sowie für die Tätigkeit im Maßregelvollzug.

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Der LWL bezahlt für Sie (eigenanteilsfreie) Beiträge in eine betriebliche Altersversorgung und auch einen Zuschuss zu vermögenswirksamen Leistungen. Darüber hinaus erhalten Sie eine tarifliche Jahressonderzahlung (das so genannte Weihnachtsgeld). Darüber hinaus besteht tariflich die Möglichkeit, jährlich ein leistungsorientiertes Zusatzentgelt zu vereinbaren.

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Eine Vollzeitstelle im Pflege- und Erziehungsdienst umfasst aktuell 38,5 Wochenarbeitsstunden. Eine Teilzeitbeschäftigung ist in aller Regel möglich.
Pflegebeschäftigte arbeiten prinzipiell vollschichtig im Rahmen von Wechselschichtarbeit. Dies umfasst die klassischen Früh-, Spät- und Nachtschichten sowie daneben bedarfsorientierte Sonderdienste (zum Beispiel Zwischendienste oder später beginnender Spätdienst).

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Bei der Dienstplanung geben unsere Kliniken ihr Bestes, im Rahmen der betrieblichen Erfordernisse auch Ihren individuellen Wünschen möglichst gut Rechnung zu tragen. Ihre geleistete Arbeitszeit wird mit einem modernen elektronischen Zeiterfassungssystem festgehalten und Sie können Ihr persönliches Stundenkonto ständig webbasiert am Computer Ihres Arbeitsplatzes im Auge behalten. Für den Abbau von geleisteten Zusatzstunden bestehen flexible und von Ihnen mit gestaltbare Möglichkeiten des Freizeitausgleichs.

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Zunächst einmal erhalten alle neuen Beschäftigten eine mehrtägige zentrale Basisschulung und werden an ihrem Arbeitsplatz fachlich eingearbeitet. Darüber hinaus bieten die Kliniken innerbetriebliche fachspezifische Fortbildungen sowie klinikübergreifende Fort- und Weiterbildungsseminare über die LWL-eigene Akademie für Forensische Psychiatrie (AFoPs).

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, weitergehende externe Fort- und Weiterbildungen und sogar Studiengänge mit Unterstützung der Kliniken zu absolvieren. Dabei werden Sie je nach Vereinbarung finanziell und durch Freistellungen vom Dienst gefördert. Dadurch erhalten interessierte Beschäftigte beste Voraussetzungen, um besondere Aufgaben oder Funktionen auf der Station zu übernehmen, wie etwa als Pflegeexperte oder in der Stationsleitung.

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An den meisten Kliniken besteht die Möglichkeit, einen praktischen Ausbildungseinsatz oder das letzte Praxisjahr (etwa in der Heilerziehungspflege) zu absolvieren.

Darüber hinaus bieten die LWL-Maßregelvollzugskliniken leider keine eigenen Ausbildungsplätze für Pflegefachkräfte oder Erzieher:innen an.

Über die Schulter geschaut: Kurzfilm über die Arbeit der Pflegeteams

Drei Fachkräfte aus dem Pflege- und Erziehungsdienst im LWL-Maßregelvollzug nehmen uns mit in ihren Arbeitsalltag und sprechen über ihre Aufgaben, ihr Sicherheitsgefühl und ihre Motivation, in einer forensischen Klinik zu arbeiten.

 

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