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„Gemeinsam wirksam werden“

Beschäftigte im LWL-Maßregelvollzug und integrierten Maßregelvollzug wollen sich stärker vernetzen

Ein Grafiker begleitete den Workshop und hielt die zentralen Aussagen während der Veranstaltung fest. Grafik: LWL/Gärtner

30.8.2022 | Unter dem Titel „Gemeinsam wirksam werden“ trafen sich erstmalig 52 Mitarbeitende aus dem LWL-Maßregelvollzug und dem integrierten Maßregelvollzug des LWL-PsychiatrieVerbundes zu einem gemeinsamen Workshop im forensischen LWL-Zentrum Lippstadt. Ziel war es, die Beschäftigten aus den unterschiedlichen Kliniken besser miteinander in Kontakt zu bringen, Verständnis füreinander zu entwickeln, voneinander zu lernen, aber auch gemeinsam Erreichtes wertzuschätzen und Probleme in der Zusammenarbeit lösungsorientiert zu besprechen.

Organisiert wurde das Treffen von der LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie (AFoPS) unter der Leitung von Bildungsmanager Harald Kolbe und der Psychologin Nathalie Losigkeit aus der LWL-Maßregelvollzugsabteilung sowie vom Gesundheitswissenschaftler Michael Winkelkötter aus dem LWL-PsychiatrieVerbund. Zur visuellen Unterstützung hatten sie den Grafiker Andreas Gärtner eingeladen, der den Workshop grafisch begleitete und die zentralen Aussagen der Teilnehmenden mittels der Methode des Graphic Recording in Wort-Bildkombinationen festhielt.

„Schon seit vielen Jahren leisten die heute mehr als 1.500 Beschäftigten des LWL-Maßregelvollzugs und des integrierten Maßregelvollzugs gute gemeinsame Arbeit für die Behandlung und Rehabilitation der Patient:innen. Gleichwohl bestand der Wunsch, sich noch besser kennenzulernen und Arbeitskontakte weiter zu vertiefen“, sagte Michael Winkelkötter.

Einen ganzen Tag lang konnten die Teilnehmer:innen nutzen, um die unterschiedlichen Kompetenzen, Ressourcen und Arbeitsweisen stärker miteinander zu vernetzen. „Eine zentrale Erkenntnis des Austausches war es, dass alle Einrichtungen, sei es Maßregelvollzug oder integrierter Maßregelvollzug, vor ähnlichen Herausforderungen stehen“, sagt Harald Kolbe. Neben der angespannten Belegungssituation sei dies vor allem die Umsetzung der neuen Gesetzesgrundlage, das so genannte Strafrechtsbezogene Unterbringungsgesetz (StrUG) NRW, das Ende vergangenen Jahres das Maßregelvollzugsgesetz NRW ablöste.

„Außerdem äußerten viele Teilnehmer den Wunsch, die Zusammenarbeit zwischen Maßregelvollzug und integriertem Maßregelvollzug auch künftig weiter auszubauen, um voneinander profitieren zu können“, fügte Nathalie Losigkeit hinzu.

Auch Teilnehmerin Monique Tredt-Gockel, Therapeutische Leiterin der Station des integrierten Maßregelvollzugs sowie der Haftnachsorge in der LWL-Klinik Paderborn, war begeistert: „Wir sind total motiviert und haben richtig Lust, die Zusammenarbeit gemeinsam mit den anderen und dem Träger im Sinne unserer Untergebrachten reibungsloser und fruchtbarer zu gestalten.“

Hintergrund: Maßregelvollzugskliniken und Integrierter Maßregelvollzug beim LWL

Der LWL  behandelt aktuell etwa 1.060 Patient:innen in derzeit sechs Maßregelvollzugskliniken. Zusätzlich werden rund 270 ausgewählte Maßregelvollzugspatient:innen in den elf Kliniken für Erwachsenenpsychiatrie des LWL- PsychiatrieVerbundes Westfalen („integrierter Maßregelvollzug“) behandelt. Auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie des LWL-Klinikums Marsberg behandelt auf speziellen Stationen minderjährige und heranwachsende Maßregelvollzugspatient:innen. Durch die Einbeziehung der allgemeinpsychiatrischen LWL-Kliniken in die Maßregelvollzugsbehandlung hat sich die Versorgungsstruktur in der Fläche verbessert. Geeignete Patientinnen und Patienten, die die hohen Sicherheitsvorkehrungen der forensischen Kliniken zum Beispiel aufgrund ihres fortgeschrittenen Therapieverlaufs nicht mehr benötigen, können dadurch heimatnah untergebracht und intensiv bei ihrer Resozialisierung begleitet werden.